Unter dem Carpaltunnelsyndrom versteht man die Druckausübung auf den Nervus medianus im Handgelenksbereich.
Wie merke ich, dass ich an einem Carpaltunnelsyndrom erkrankt bin?
Die ersten Symptome bei einem Carpaltunnelsyndrom sind meistens nächtliche Schmerzen in der betroffenen Hand mit Sensibilitätsstörungen (Taubheitsgefühlen) an den Fingern. Diese Schmerzen können, je nach Ausprägung, in den betreffenden Arm und bis in die Schulter ausstrahlen. Vielfach werden Patienten, die an einem Carpaltunnelsyndrom erkrankt sind, fälschlicherweise auf ein Schulter-Armsyndrom mit Krankengymnastik und unnötigen Medikamenten behandelt. Bei Frauen tritt das Carpaltunnelsyndrom häufiger auf als bei Männern. Wenn das Zugreifen mit der Hand kraftlos erscheint und Gegenstände der betreffenden Hand entgleiten, ist der Druck auf den Nerven schon länger und ausgeprägt vorhanden. Oftmals sind auch die Beugesehnen im Handgelenksbereich durch die Enge betroffen, was zusätzliche Schmerzen verursacht.
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Was wird durch die operative Entlastung des Medianusnerven erreicht?
Durch die operative Entlastung (Dekompression) des Medianusnerven wird die Nervenfunktion wieder hergestellt: Der Nachtschmerz in der Hand verschwindet, die Kraft der Hand nimmt wieder zu, Sensibilitätsstörungen mit schmerzhaften Missempfindungen sind rückläufig. Der Schulter-Armschmerz verschwindet.
Was geschieht bei der persönlichen Beratung und Untersuchung?
Während der persönlichen Beratung haben Sie die Gelegenheit, über Ihre Beschwerden an der betreffenden Hand oder Schulter mit Dr. Zettl zu sprechen. Er wird ihre persönliche Krankheitsgeschichte aufnehmen, Sie nach Ihren Begleiterkrankungen fragen und sich nach Ihren Medikamenten erkundigen. Dr. Zettl wird eingehend Ihre Hände und Ihre Schultern untersuchen. Dabei wird er sein Augenmerk auf die Beweglichkeit Ihrer Hand und Schulter legen, die Kraft im Seitenvergleich und die Reflexe prüfen sowie die Sensibilität Ihrer Finger testen. Dr. Zettl wird eventuell vorhandene neurologische Zusatzbefunde in seine Untersuchung mit einbeziehen. Er wird alle erhobenen Befunde ausführlich mit Ihnen besprechen und alle Ihre Fragen beantworten. Dr. Zettl wird, sofern medizinisch begründet, eine Operationsempfehlung aussprechen. Er wird mit Ihnen den genauen Ablauf des Eingriffs, die Erfolgsaussichten sowie die Risiken durchsprechen.
Wie wird eine Carpaltunneloperation durchgeführt?
Das Prinzip einer Carpaltunneloperation besteht darin, eine harte, derbe, den Nerv einengende Bandstruktur, zu durchtrennen. Dafür wird im Bereich der Handinnenfläche zum Handgelenk hin ein Hautschnitt von ca. 3cm angelegt und das Band (Ligamentum retinakulum flexorum) vollständig durchtrennt. Die Haut wird abschließend durch feine kosmetische Nähte wieder verschlossen. Die Hand wird verbunden und das Handgelenk durch eine leichte Kunststoffschiene ruhiggestellt. Dr. Zettl wird am Ende der operativen Behandlung den weiteren postoperativen Ablauf mit Ihnen besprechen und eine medikamentöse Verordnung ausstellen. Er wird Ihnen auch gleich den ersten Termin für die operative Nachsorge mit Verbandswechsel nennen.
Wie lange dauert die Operation und wie wird die Betäubung (Anästhesie) durchgeführt?
Eine Carpaltunneloperation dauert in der Regel 30 Minuten. Anschließend werden Sie noch ca. 30-60 Minuten im Aufwachraum betreut. Die Betäubung erfolgt durch unser versiertes Anästhesie-Team. In der Regel wird nur der betroffene Arm betäubt. Weiterhin erhalten Sie Medikamente zur Entspannung bis hin zum tiefen Dämmerschlaf. Auf besonderen Wunsch können Sie auch eine Vollnarkose erhalten.
Kann die Operation ambulant durchgeführt werden?
Eine Carpaltunneloperation kann ambulant durchgeführt werden. Sie ist für Sie äußerst gering belastend bei hohem medizinischem Nutzen. Dr. Zettl und der Narkosearzt stehen Ihnen während und nach dem Eingriff für alle Fragen zur Verfügung.
Welche Risiken bestehen?
Als direkte, mögliche Operationsrisiken können genannt werden: Blutung, Infektion sowie Verletzung von Strukturen im Operationsbereich. Dr. Zettl wird Ihnen anhand eines standardisierten Operationsaufklärungsbogens alle Risiken nennen.
Was haben Sie nach der Operation zu erwarten, wie viel Schmerzen werden Sie haben?
Nach der Operation kann ein leichtes brennendes Wundgefühl auftreten. Sie erhalten sowohl ein abschwellendes, als auch ein schmerzreduzierendes Medikament. Dr. Zettl wird Ihnen unmittelbar vor der Entlassung aus dem ambulanten Operationszentrum genaue Anweisungen für zuhause geben und Ihnen den ersten postoperativen Behandlungstermin nennen.
Wie lange dauert es, bis Sie sich von allem wieder erholt haben?
Der nächtliche Schmerz, wie Sie ihn vor der Operation kannten, wird binnen weniger Tage verschwunden sein. Die Empfindung (Sensibilität) an den Fingern kehrt innerhalb von Tagen bis Wochen zurück. Dies ist jedoch abhängig von dem Schädigungsgrad des ehemals eingeklemmten Nerven. Auch ein Diabetes mellitus kann die Erholung deutlich verzögern.
Denken Sie bitte auch an Folgendes:
Ruhe ist wichtig für den Heilungsprozess. Deshalb wird Ihr Handgelenk für ca. sieben Tage über eine leichte Kunststoffschiene ruhiggestellt. Danach tragen Sie bis zum Fadenzug (nach ca. zehn Tagen) noch einen elastischen Verband. Eine geringe Schwellung im Handgelenksbereich ist möglich. Da der Nerv ab jetzt viel besser wieder die Impulse leiten kann, haben Sie auch wieder mehr Gefühl in den Fingern. Die Operationsnarbe kann leicht schmerzhaft sein. Diese Überempfindlichkeit ist aber schnell rückläufig. Falls Dr. Zettl den Eindruck gewinnt, dass postoperative Krankengymnastik hilfreich für Sie sein wird, wird er Ihnen eine entsprechende Verordnung ausstellen.
Wie lange hält das Ergebnis an?
Der eingeklemmte Nerv wird sich, wenn er nicht zu lange eingeklemmt war, dauerhaft und vollständig erholen. Nur eine harte Narbe, die der Körper manchmal unverhofft bildet, könnte eine erneute Operation (nach Jahren) erforderlich machen (Rezidiv).
Welche Unterlagen sollten Sie für ein Vorgespräch mitbringen?
Bitte informieren Sie Dr. Zettl über mögliche Allergien (Nahrungsmittel, Medikamente, andere Substanzen) und
teilen Sie ihm mit, ob Sie zu schlechter Narbenbildung oder gar Keloidnarben (Narbenwucherung) neigen. Bringen Sie, falls vorhanden, den Untersuchungsbericht Ihres Neurologen mit. Geben Sie bitte alle Medikamente und Naturheilmittel an, die Sie z.Zt. einnehmen.
Was sollten Sie für den Zeitraum nach der ambulanten Operation beachten?
Veranlassen Sie bitte, dass Sie jemand nach der Operation nach Hause fährt.
Informieren Sie Dr Zettl bitte unverzüglich, wenn Sie Fieber oder andere Anzeichen einer Infektion nach der Behandlung bemerken sollten. Sie erhalten hierfür die Handynummer von Dr. Zettl.

Für einen persönlichen Beratungstermin wenden Sie sich bitte an uns unter
089 / 55 27 450
