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Interview mit Dr. Michael Kremer zum Thema "Warum Nasenpatienten sich bei mir sicher fühlen können"

Veröffentlicht in Interviews

Dr. Michael Kremer hat sich bereit erklärt, sein Behandlungskonzept bei Nasenkorrekturen der amerikanische Patientenzeitschrift "Change" der American Academy of Cosmetic Surgery im Rahmen einer Informationsreihe zum Thema Patientensicherheit darzustellen. Anbei die deutsche Übersetzung.



Wie stellen Sie sicher, dass bei Ihren Operationen so etwas praktisch ausgeschlossen ist?

    Ich habe sowohl im Interesse meiner Patienten wie auch im Interesse meines überregional guten Rufs ein großes Interesse daran, dass meine Patienten zufrieden sind und dass sie das bekommen, was sie wollen- soweit es natürlich technisch machbar ist. Dies erreiche ich durch mehrere Dinge. Erst einmal muss ich im Rahmen der Erstberatung zu der Überzeugung kommen, dass der Patient sich den Entschluss zur Rhinoplastik wirklich gut überlegt hat. Als nächstes lasse ich mir erklären, was den Patienten stört. Dann sage ich dem Patienten, was mir auffällt. Das führt leider manchmal zu Tränen, es muss aber sein, denn alle vorhandenen Deformitäten müssen schonungslos aufgezeigt werden.

    Nur so kann sichergestellt werden, dass das korrigiert wird, was den Patienten stört, andererseits der Patient auch nicht nachher auf Dinge hinweist, die er eigentlich nicht korrigiert haben wollte, die ihn dann aber stören. Ich kann ihm dann genau sagen, dass er diese Veränderung vorher von mir aufgezeigt bekommen hat und keine Verbesserung wollte. Das spart wirklich Mühe und Ärger. Ich zeige meinen Beratungspatienten dann viele Vorher-Nachher Bilder, dabei lege ich Wert darauf, dass ich nicht irgendwelche besonders gelungenen Bilder demonstriere, sondern sehr ähnlich gelagerte Fälle.

    Im Rahmen einer zweiten Beratung bei allen Patienten, die sich bereits zur Durchführung einer OP bei mir entschieden haben, fertige ich gemeinsam mit dem Patienten eine Computersimulation der möglichen Ergebnisse an. Dabei wird vielen Patienten klar, dass einige Vorstellungen eher unschön aussehen und praktisch nur eine oder zwei Ergebnisse gut aussehen. Der Patient entscheidet sich dann für eine Form, welche ich dann in der folgenden OP umsetze. Dabei bin ich sehr zuverlässig, ich kann ein simuliertes Ergebnis zu sagen wir 90% umsetzen, der Rest ist Natur bzw. individuelle Heilung, die kaum zu beeinflussen ist. Ich kann mit diesem eigentlich natürlich viel komplexeren Algorhythmus ausschließen, dass ein Patient ein nicht gewünschtes Ergebnis erhält. Auch mache ich nicht mehr, als der Patient will, selbst wenn es mich manchmal in den Fingern kitzelt.

    Zusammengefasst integriere ich den Patienten sehr in die OP-Planung und gebe somit etwas Verantwortung ab. Ich sage nicht einfach: "Ich weiß was gut für Sie ist, lassen Sie mich nur machen...", sondern halte mich an die Vereinbarungen. Damit komme ich auf eine Zahl von ca. 95% zufriedenen Patienten.

    Herr Dr. Kremer, was sind die größten Ängste Ihrer Patienten und wie begegnen Sie diesen im Rahmen eines Beratungsgesprächs?

      Nasenpatienten tragen sich gewöhnlich schon längere Zeit, meistens mehrere Jahre, mit dem Gedanken sich die Nase korrigieren zu lassen. Meist sind sie über Informationen im Internet gut informiert - aber auch verunsichert, weil es widersprüchliche Informationen gibt, vor allem in so genannten Foren. Dort kursieren Meinungen nicht nachverfolgbarer Quellen, die aus meiner Sicht mit Vorsicht zu genießen sind.

      Die meisten Patienten haben Angst, dass ihr spezieller Wunsch nicht umgesetzt wird und sie am Ende eine Nase im Gesicht tragen, die ihnen nicht gefällt. Dies ist aus meiner Sicht auch das größte Risiko eine Rhinoplastik, die medizinischen Risiken sind ja nun wirklich überschaubar und keine Patient beklagt sich, ober er etwas nachblutet oder nicht. Wenn die Nase aber nicht großteils dem entspricht, was der Patient wollte, ist eigentlich der größte anzunehmende Unfall (GAU) eingetreten. Das darf aus meiner Sicht nicht passieren, dies gilt es unbedingt zu verhindern. Da Ich selbst aus ganz Deutschland sowie vor allem auch aus Österreich viele Nasennachkorrekturen operiere, weiß ich, dass solche Fälle eintreten - Tendenz steigend.




      Tags: Nasenkorrektur